/* Disable XMLRPC */ add_filter( 'xmlrpc_enabled', '__return_false' ); /* Remove XMLRPC, WLW, Generator and ShortLink tags from header */ remove_action('wp_head', 'rsd_link'); feed.the1nter.net » Archiv » Wissenschaft oder Esoterik?, pt.4: Homöopathie

Im vierten Teil der kleinen Reihe „Wissenschaft oder Esoterik“ wird ein Forenthread etwas modifiziert veröffentlicht, mit dem ich anderswo die Frage, ob Homöopathie Esoterik sei, beantwortet hatte. Ich möchte zunächst kurz auf den Begriff der „Esoterik“ eingehen, der immer etwas definitionslos im Raum schwebt: Als „esoterisch“ wurde ursprünglich eine Lehre bezeichnet, die nur einem ausgewählten Personenkreis zugänglich war und den anerkannten Meinungen widersprach. Seine Ursprünge hat der Begriff irgendwo im antiken Griechenland, wo es verschiedene Philosophenschulen gab, die teilweise „esoterisch“ ausgerichtet waren, also ihre Lehren nur den eingeschriebenen Schülern anvertrauten.

Heute fasst „Esoterik“ alle Lehren zusammen, die sich der wissenschaftlichen Methodik widersetzen. Konkret bedeutet das, dass esoterische Hypothesen nicht grundsätzlich falsifizierbar, also nachprüfbar sind. Und wenn eine solche Hypothese dennoch falsifiziert wird, wird dies von deren Vertretern nicht anerkannt. Das hat nichts mit akademischer Engstirnigkeit oder Wissenschaftsgläubigkeit zu tun, sondern setzt viel grundsätzlicher an: Die wissenschaftliche Methode der Falsifizierung ist das einzige Werkzeug, mit dem man sich einer objektiven Wahrheit annähern kann. Beispielsweise ist die Behauptung, Feuer emittiere Kälte anstatt von Wärme, problemlos falsifizierbar. Wer dennoch darauf beharrt, befindet sich in der Welt der Esoterik.

Die wissenschaftliche Methode der Falsifizierung ist dabei kein Dogma (wie oftmals von Esoterikern behauptet), sondern bereits in der Definition von „Wahrheit“ bzw. dem schwächeren „Wirklichkeit“ enthalten. Wahr kann nur sein, was nicht falsch ist. Konkreter: Stellt sich eine Behauptung als falsch heraus, kann sie nicht wahr sein. Und nichts anderes besagt das Prinzip der Falsifizierbarkeit.

Daher läuft auch der Großteil der Homöopathie-Apologetik ins Leere. „Wer heilt hat recht“, ist durchaus ein wissenschaftlich akzeptables Prinzip. Nur heilt die Homöopathie eben NICHT, das wurde in zahllosen Studien bestätigt. Einen Wissenschaftler brauchen im Grunde die ganzen angeblichen Wirkweisen und das Gesamtkonzept der Homöopathie überhaupt nicht zu interessieren, denn bereits die Wirksamkeit der Homöopathie ist falsifiziert. Das einzige, was dabei „wirkt“, ist ein subjektives Wirkungsempfinden, das sich auf psychische und in geringem Maße auch auf gewisse körperliche Funktionen auswirken kann („Placebo“, tatsächlich deutlich weniger relevant, als bislang angenommen; die Quelle habe ich gerade leider nicht zur Hand).

Dabei ist interessant, dass man sich als Mediziner den Placebo-Effekt nur dann zunutze machen kann, wenn man den Patienten belügt. Allerdings könnte man genauso gut Zuckerpillen mit imaginären Wirkstoffen verschreiben, ohne ein riesiges, pseudowissenschaftliches Thesenkonstrukt darunter aufzubauen. Dadurch würde die Unehrlichkeit eventuell vom Nutzen kompensiert werden, was bei Homöopathie sicherlich nicht der Fall ist.