Rationale for the Iraq War

October 11th, 2011

Folgende Argumentation stammt nicht von mir, sondern vom Blog “Tapfer im Nirgendwo”, allerdings ist sie so einfach wie genial, dass ich sie an dieser Stelle nochmals mit eigenen Worten wiedergeben möchte.

Es ranken sich zahllose Verschwörungstheorien um die USA, geschürt wurden diese insbesondere durch deren interventionistische Außenpolitik seit dem 2. Weltkrieg. Das Grundelement der meisten Verschwörungstheorien – überhaupt vieler Verschwörungstheorien – ist die Annahme eines riesigen, ausgefeilten Masterplans und dessen perfekte, also (beinahe) fehlerlose Durchführung. Daraus soll resultieren, dass eine Art zweiter Wirklichkeit geschaffen wird: Es existiert, so die Gedankengänge der Verschwörungstheoretiker, eine offizielle Wirklichkeit – hierzu gehören die angeblich manipulierten “Mainstream-Nachrichten” und die politischen Verlautbarungen, und eine “wahre” Wirklichkeit, wo die tatsächlichen Handlungen stattfinden, wo die Fäden gesponnen werden. Da die Durchführung des Masterplans fast perfekt ist, entsteht eine fast perfekte offizielle Wirklichkeit.

Die “wahre” Wirklichkeit kann man, so heißt es, nur erkennen, wenn man hinter die Fassaden schaut. So soll beispielsweise die behauptete Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak nur ein Vorwand gewesen sein, um den nächsten Golfkrieg vom Zaun brechen zu können. Schließlich wurden ja gar keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden. Einen logisch denkenden Verschwörungstheoretiker müsste dieses Faktum aber stutzig machen. Denn – wäre der Masterplan tatsächlich perfekt, wäre alles von langer Hand geplant, würde die gesamte “Führungselite” daran teilhaben – weshalb gab es dann keine Massenvernichtungswaffen im Irak? Wie groß wäre der Aufwand gewesen, in den Kriegswirren mit höchster security clearance ein paar Container mit chemischen Kampfstoffen in den Irak zu verfrachten und als Kriegsbeute zu präsentieren? Wie groß wäre der Aufwand gewesen, einfach zu melden, man hätte chemische Kampfstoffe gefunden?

Nichts dergleichen ist passiert. Die US-Regierung saß schlicht und einfach einer Fehlinformation auf. Und nach langer und erfolgloser Suche gab sie dies auch zu, was ihr massive, berechtigte Kritik einbrachte.

Ein Argument, das oftmals als schlagender Beweis für eine US-Amerikanische Verschwörung vorgebracht wird, beweist im Grunde genau das Gegenteil. Paradox.