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Migration

8. Mai 2011

Das Begriffspaar „Ausländisch“ – „Deutsch“ wird stets gern und gedankenlos in Gegensatz gestellt. Heutzutage, um politisch korrekt zu bleiben, spricht man natürlich nicht mehr von „Ausländern“, sondern von „Migranten“, oder von „Bürgern mit Migrationshintergrund“, was zwar begrifflich der Wahrheit näher kommt, inhaltlich aber zumeist synonym mit Erstgenanntem zu verstehen ist. Wenn führende Politiker eine „deutsche Leitkultur“ fordern, so geschieht dies auf der Grundlage dieses Begriffspaars, welches strikt unterscheidet zwischen Deutschen und Nichtdeutschen.

Sobald es allerdings um die Definition einer „Leitkultur“ geht, was im Grunde nichts anderes ist als die Frage nach der Definition von „Deutscher“, gerät die Argumentation ins Schlingern. Kein Wunder, ist doch jeder Mensch zu einem bestimmten Grad Nachkomme eines Migranten. Man muss dabei gar nicht zwangsläufig in vorgeschichtliche Dimensionen vordringen, worin die steinzeitlichen Wanderungen des Menschen zu finden sind, es genügt schon ein Blick auf das Migrationsverhalten ab dem Mittelalter, welches um einiges dynamischer war, als die großen Meistererzählungen berichten. Kurzum: Bevor (und auch noch nachdem) künstliche Volkskonstrukte etabliert wurden, fühlten sich die Menschen hauptsächlich an ihre Mikroregion, sprich an den Ort ihrer Sozialisierung, gebunden, verließen diesen allerdings bei schlechter wirtschaftlicher Lage. Die Migration aus Deutschland hat selbstverständlich abgenommen, ist es doch schwer möglich, hierzulande in eine prekäre ökonomische Lage zu geraten. Eingewandert wird dagegen fleißig, was ebenfalls kein Novum darstellt – Deutschland war seit jeher in gewissem Maße Einwanderungsland, im ersten und vor allem zweiten Weltkrieg zwangsweise, in der Nachkriegszeit intensiv. Nur politisch wurde dieses Faktum nie großflächig erkannt und akzeptiert.

Ein Faktum, welches nur zu gerne akzeptiert, erhöht und medial genutzt wird, ist dagegen die augenscheinliche Inkompatibilität von Ausländern in Deutschland. Die Sachlage scheint klar – erhöhte Kriminalitätsrate, schlechte Schulbildung, schlechte Sprachkenntnis, Ghettoisierung etc. pp. Ebenfalls ist zu erkennen, dass, je weiter die ursprüngliche Kultur des Migranten vom westlich-deutschen Kulturraum entfernt ist, umso tendenziell problematischer sein Akkulturationserfolg sein wird. Nun ist die politische Linie die der Leitkultur, welche implizit besagt, dass Migranten sich kulturell zu fügen haben, was nichts anderes bedeutet, als ihre jahrzehntelang erworbene Identität von jetzt auf gleich fallen zu lassen. Dass dieser Ansatz nicht funktionieren kann, sollte auch ein zehnjähriges Schulkind begreifen. Eine kleine Ghetto-Türkei ist immer noch angenehmer als ein kompletter Identitätswechsel.

Was wäre eine brauchbare Alternative? Eine Loslösung von der Fixierung auf kulturelle Faktoren. Es ist überhaupt nicht notwendig, einem Ausländer seine ausländische Kultur abzunehmen, er kann sie problemlos behalten, daneben Teile der neuen Kultur aufnehmen und in jene Kultur Teile seiner Kultur einbringen. Dönerbuden, Pizzerien, moderner Jugendslang sind nichts anderes als das Resultat dieser Akkulturationsprozesse, die schon immer so ablaufen, allerdings durch völlig fehlgeleitete Politik gehemmt werden. Statt der kulturorientierten Migrantenpolitik würde ich folgende Orientierungspunkte vorschlagen, die völlig ohne eine kulturelle Referenz auskommen:

  • Grundgesetz: Der Migrant verpflichtet sich, das deutsche Grundgesetz als verbindlich anzuerkennen.
  • Deutsche Sprache: Ohne Verständigung keine Akkulturation.
  • Gesellschaft: Der Migrant soll produktiv zur Gesellschaft beitragen, ebenfalls eine Voraussetzung zu erfolgreicher Akkulturation.

Wer vor einer Überfremdung der deutschen Kultur warnt, hat entweder populistische Hintergedanken, oder hat grundsätzlich nicht verstanden, wie diese sog. „deutsche Kultur“ zustande gekommen ist, nämlich durch stetige Aus- und Einwanderung, durch Lernen und Lehren von Fremden, durch Lernen und Lehren in der Fremde, also durch regen multilateralen Kultur- und Wissenstransfer.

Ein schlauer Mann

8. Mai 2011

http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EFA9A9C14309848D4B7FD2BB35B63F344~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Weniger schlau, aber ein guter Polemiker: http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article13358429/Ihr-feigen-Deutschen-seid-passiv-aggressiv.html

Huizinga: „Der Gedanke sucht die Verbindung zwischen zwei Dingen nicht längs der verborgenen Windungen ihres kausalen Zusammenhanges, sondern findet ihn durch ein plötzliches Überspringen, nicht als eine Verkettung von Ursache und Wirkung, sondern von Sinn und Zweck.“

Und hier ein paar Beispiele:

N24

„Geplanter Sonderfonds – Gaddafi bürgt für libysche Rebellen“

„Pakistan empört – Bin-Laden-Geheimpakt mit den USA?“

„Unheimliche Prophezeiung – Römer befürchten Erdbeben-Apokalypse“

n-tv

„Hitler verhindert Auslieferung: SS-Mann bleibt in Deutschland“

Pakistan empört – Bin-Laden-Geheimpakt mit den USA?

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