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Zur Schuldfrage

10. Januar 2011

Darüber, ob es eine Kollektivschuld gab, wurde zu Genüge diskutiert. Dabei drehte es sich zumeist um die Frage, ob das deutsche Volk das NS Regime mangels Alternativen nur duldete, oder es aktiv unterstützte. Nach Kriegsende vertraten die Alliierten – wohl nicht zuletzt aus pragmatischen Gründen – die Einzelschuldthese. Bekannte Führungspersönlichkeiten wurden vor allem in den Nürnberger Prozessen öffentlich angeklagt und verurteilt, was gleichzeitig das deutsche Volk von jeder Schuld befreite.

Die eigentliche Schuldfrage kann allerdings auch andersartig angegangen werden. Wie, zeigt folgender Gedankengang:

Als Einzelner in einem totalitären Staat ist es unmöglich, etwas auszurichten, das der Regierung zuwider läuft. Genauso ist es so gut wie unmöglich, eine konspirative Gruppierung zu bilden, welche die Regierung stürzt. Man ist also auf externe Hilfe angewiesen und kann höchstens passiven Widerstand leisten, der aber auch schon mit Gefahren verbunden ist. Die Schuldfrage kann man für die im Nationalsozialismus lebenden Menschen also verneinen, sie tragen zunächst keine Schuld. Die Schuldfrage muss woanders angesetzt werden, nämlich an die Zeit vor dem Nationalsozialismus. Eine Mehrzahl von Deutschen legte ihre gesamte Verantwortung in die Hände Hitlers und machte sich damit bereits des potentiellen Massenmords schuldig, der dann ja auch durchgeführt wurde. Und dies gilt für jedes Individuum, das aus einer Demokratie heraus ein totalitäre Regierung wählt. Ob dann tatsächlich Gräueltaten begangen werden, ist hier nebensächlich, allein die Möglichkeit zählt. Insofern sind die Hauptverantwortlichen, neben den eigentlichen Initiatoren, diejenigen Individuen, welche Hitler nicht daran gehindert hatten, die sog. „Machtergreifung“ erfolgreich durchzuführen.

Der Anfang

10. Januar 2011

„In den Diskurs, den ich […] zu halten habe, […] hätte ich mich gern verstohlen eingeschlichen. Anstatt das Wort zu ergreifen, wäre ich von ihm lieber umgarnt worden, um jedes Anfangens enthoben zu sein. Ich hätte gewünscht, während meines Sprechens eine Stimme ohne Namen zu vernehmen, die mir immer schon voraus war: ich wäre es dann zufrieden gewesen, an ihre Worte anzuschließen, sie fortzusetzen, mich in ihren Fugen unbemerkt einzunisten, gleichsam, als hätte sie mir ein Zeichen gegeben, indem sie für einen Augenblick aussetzte. Dann gäbe es kein Anfangen. Anstatt der Urheber des Diskurses zu sein, wäre ich im Zufall seines Ablaufs nur eine winzige Lücke und vielleicht sein Ende.“

Etwas abgedroschen, vielleicht. Aber so erspart mir Herr Foucault einige Schwierigkeiten.