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[Repost from Reddit]

In our society changes are made without violating the rules. It’s called „free market“ and works surprisingly well. If you don’t like a product, you don’t buy it. If you don’t like a company and its rules, you don’t buy its products. If enough people think alike, the company will perish or change its practice according to the wishes and needs of their customers. You won’t, however, change a company to your favor by actively „punishing“ it.

Companies usually tolerate a low percentage of free riders as long as they don’t harm it more than countermeasures would. But the more freeriders, the more likely it becomes that countermeasures will be established. People buy cheap games in other regions via VPN? Enhanced DRM or higher regional prices will occur. Great job, free riders. On behalf of all negatively affected: Thank you. At least you can play the game for almost no money.

Zwischen dem 08.07. und dem 05.08. haben palästinensische Terroristen von zivilen Einrichtungen aus 597 Raketen abgefeuert:
– 260 von Schulen
– 160 von religiösen Orten (u.a. von Moscheen)
– 127 von Friedhöfen
– 50 von Krankenhäusern

Weshalb? Weil sie damit Israel zu Gegenangriffen zwingen konnten, die internationale Aufschreie garantierten. Allerdings waren Gegenangriffe nicht das einzige, was Israel nach Gaza lieferte:

Zwischen dem 08.07. und dem 05.08. hat die israelische Armee 1.856 LKW mit insgesamt 40.550 Tonnen Versorgungsgütern nach Gaza gebracht:
– 37.178 Tonnen Nahrungsmittel
– 1.694 Tonnen humanitäre Güter
– 1.029 Tonnen medizinische Güter

Quelle: http://www.idfblog.com/blog/2014/08/05/operation-protective-edge-numbers/

Aus gegebenem Anlass

30. Juli 2014

Nur eine Kleinigkeit: Normalerweise sind deutsche Tagespolitikinteressierte ganz schnell dabei, alles zu kritisieren und hinterfragen, was in den „Mainstreammedien“ [sic!] verlautet wird. Wenn es um angebliche israelische Kriegsverbrechen geht, sind genau diese Personen aber höriger und gläubiger als ein Erzkatholik gegenüber dem Papst.

Der allzuoft zitierte Leitsatz „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst!“ hat scheinbar nur dann Gültigkeit, wenn er in den Kram passt.

Nota bene: Leider sind Kriegsverbrechen nur zu menschlich und auch von israelischer Seite möglich, aber was in einem Krieg tatsächlich geschieht, erfährt man bestenfalls, nachdem er vorbei ist. Was allerdings bei den ganzen Schreckensmeldungen stutzig machen muss, ist, dass die Hamas seit jeher die bessere PR Abteilung hat. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Es ist beeindruckend (in ähnlichem Sinne wie die Organisation des Holocaust in Nazideutschland beeindruckend war), wie es der Hamas gelungen ist, einen perfiden Plan durchzuführen: Israel wird durch massive militärische Aggression zu einem Krieg genötigt, ohne wirkliche Alternativen zu haben. Ein Versuch von Deeskalation wäre als Schwäche ausgelegt worden und hätte zu noch größerem Druck von außen geführt, während die innenpolitische Lage gleichsam immer instabiler geworden wäre. Es blieb nur der Krieg (wen der militärische Aspekt interessiert, soll sich mal am Stichwort „strategische Tiefe“ entlanghangeln). Nach dieser abgeschlossenen ersten Phase ist nun die zweite in vollem Gange: Die mediale Rezeption dieses Krieges wird so beeinflusst, dass Israel als blutrünstiger Aggressor wahrgenommen wird. Es wird von palästinensischer Seite versucht, die zivilen Opfer zu maximieren; Schulen werden als Stützpunkte, Zivilisten als Schutzschilde missbraucht – uralte, aber bewährte palästinensische Kriegslisten. Und die westlichen Medien beißen nicht nur an, sie fallen über den Köder her. Allein schon die Bezeichnung „zivile Opfer“ ist beispielhaft: Es gibt nur zivile Opfer auf palästinensischer Seite, denn eine reguläre Armee besitzt die Hamas nicht. Egal ob Terrorist, Kämpfer, Frau oder Kind – allesamt fließen sie in die Zählung der „zivilen Opfer“ ein. Aber das nur am Rande.

Und bitte nie vergessen: In Israel haben Frauen und Homosexuelle Rechte, in Israel herrscht Meinungsfreiheit, in Israel werden Vergewaltigungsopfer nicht gesteinigt, in Israel leben Juden, Moslems, Christen, Atheisten und andere Gläubige friedlich Seite an Seite. In den umgebenden islamistischen Staaten ist all das (und noch viel mehr!) nicht der Fall. Das Ziel Israels ist der Erhalt dieser Fackel des Liberalismus.

Zu den Zielen der Hamas einige erleuchtende Zitate aus deren Gründungscharta:

„Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat.“ (aus der Präambel)

„Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine eigenständige palästinensische Bewegung, […] die dafür kämpft, dass das Banner Allahs über jeden Zentimeter von Palästina aufgepflanzt wird.“ (aus Artikel 6)

„Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“ (aus Artikel 7)

„Für das Palästina-Problem gibt es keine andere Lösung als den Jihad. Friedensinitiativen sind reine Zeitverschwendung, eine sinnlose Bemühung.“ (aus Artikel 13)

Es ist mir wirklich zutiefst unverständlich, wie sich auch nur ein einzelner klar denkender, aufgeklärter Mensch mit diesen Barbaren (und damit meine ich NICHT die palästinensischen Frauen und Kinder, die von ihren bewaffneten Landsleuten als Schutzschilde missbraucht werden, um die zivile Opferzahl israelischer Angriffe zu erhöhen) solidarisieren kann. Ohne jede Polemik, ich begreife es nicht.

Esoterik: Eine Polemik

21. Oktober 2013

Ich wurde vor kurzem etwas irritiert auf meinen glühenden Eifer angesprochen, mit dem ich esoterische Behauptungen bekämpfe. Ich gehe in diesem Artikel darauf ein, werde dabei einige Punkte wiederholen, die ich anderswo schon besprochen hatte, möchte aber den Fokus auf meine persönliche Motivation richten.

Zunächst: Wer mich kennt, weiß, dass ich durch und durch liberal bin. Grundlegend verknüpft mit dem Liberalismus ist eine riesige Toleranz gegenüber anderen Menschen. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Ebenso grundlegend verknüpft ist eine ebenso riesige Intoleranz gegenüber allem, was die persönliche Freiheit der Menschen einschränkt. Um es hier schon auf den Punkt zu bringen: Ebenso wie Faschismus, Kommunismus, Islamismus und anderer religiöser Fundamentalismus, sowie in geringerem Maße Sozialismus und andere Religionen, sind esoterische Behauptungen, Ansichten und Systeme (zusammengefasst: Esoterik) freiheitseinschränkende Kräfte. Und weil die Einschränkung der Freiheit wesenhaft mit diesen Kräften verknüpft ist, genügt es nicht, die Einschränkung zu bekämpfen, sondern die Kräfte, die Systeme selbst müssen zerstört werden.

Das ist der Kern meiner Argumentation. Dennoch bleibt eine Frage offen: Wieso zählt die Esoterik unter die Elemente, die sich gegen die persönliche Freiheit des Menschen richten? Es sind mehrere Ebenen der Betrachtung, die ausschließlich diese Schlussfolgerung zulassen. Sie sollen nachfolgend gesondert behandelt werden.

1: Esoterik ist anti-aufklärerisch.
„Esoterisch“ ist jede Behauptung, die nicht nach bestmöglicher Nachprüfung strebt. Das Wort selbst stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „dem inneren Kreis zugehörig“. Ich möchte hier keinen Exkurs in die Etymologie machen, aber die ursprüngliche Wortbedeutung zeigt, dass meine Definition sehr gut damit vereinbar ist. Alles Esoterische (auch nach der ursprünglichen Bedeutung) schottet sich gegenüber irgendetwas oder irgendjemandem ab. In meiner Definition schottet es sich gegenüber objektiver und kontrollierter Überprüfung ab. Und dafür muss es einen Grund geben – wäre der Esoteriker davon überzeugt, dass seine Behauptung einer objektiven Überprüfung standhielt, wäre er kein Esoteriker, sondern würde entweder selbst einen kontrollierten Versuch (oder gar eine Studie) durchführen, ein Institut damit beauftragen, oder wenigstens seine Behauptung maximal transparent formulieren und sie so jedem Interessierten zur Nachprüfung bereitstellen.
Esoterisch ist also, anders gesagt, alles, was seine Legitimation nicht auf Empirie und Logik stützt, sondern etwa auf Autorität, anekdotische Erzählungen, falsche Hoffnungen oder auch ganz platt auf Lügen.

2: Esoterik schadet anderen Menschen
Natürlich ist nicht jede esoterische Behauptung falsch. Bestimmt gibt es sogar einige, die mehr oder weniger richtig sind – aber das ist nicht der Punkt. Ein Grundproblem esoterischer Behauptungen ist die in Punkt 1 angesprochene Unwissenschaftlichkeit: Entweder sind esoterische Behauptungen so aufgestellt, dass sie nicht nachgeprüft und widerlegt werden können, oder der Esoteriker akzeptiert eine Widerlegung nicht.
Das wäre nicht weiter schlimm, würden dadurch nicht andere Menschen geschädigt werden. Es gibt unzählige dokumentierte (und vermutlich unzählig Mal mehr nicht-dokumentierte) Fälle, bei denen Menschen durch ihren bedingungslosen Glauben an Esoterik ihr Geld, ihre Gesundheit, oder gar ihr Leben verloren haben. Esoterik zielt hauptsächlich auf unaufgeklärte, unwissende, hoffnungslose, ausgegrenzte, unsichere, leichtgläubige, naive und kranke Menschen ab, denen wissenschaftliche Erklärungen zu kompliziert und unverständlich, zu weltlich und unspirituell oder zu hoffnungslos und unausweichlich erscheinen. Wem erzählt wird, dass sein Kind ein höchstbegabtes Engelskind ist, hört das jedenfalls lieber, als das Ergebnis der psychologischen Untersuchung, die dem Kind Minderbegabtheit und ADS diagnostiziert. Wahrheit tut weh. Wer vor der „Alternative“ zwischen Chemotherapie und Handauflegen steht, wird vielleicht lieber die „sanftere“ Methode wählen. Wahrheit tötet.

3: Esoterik schadet der Gesellschaft
Esoterisches Denken ist unlogisch und unwissenschaftlich. Anstatt den Glauben der Wirklichkeit anzupassen, wird die Wirklichkeit in den Glauben gepresst. Die Vergangenheit hat gezeigt – und die Gegenwart zeigt heute noch – dass unlogische Geisteshaltungen eine der Hauptursachen für Gewalt, Unterdrückung und Krieg waren.
Die religiösen Kreuzzüge im Mittelalter, der rassistische und religiöse Kolonialismus der Neuzeit, die Nationalismen hinter den beiden Weltkriegen, der Radikalismus hinter dem Terror des 20., der Fundamentalismus hinter dem des 21. Jahrhunderts – all diese Erscheinungen haben einen gemeinsamen Nenner: Die jeweilige Rechtfertigung basiert auf Unlogik und Unwahrheit. Die Gründe dafür mögen auch andere sein – aber mit dem Hinweis auf persönliches Machtstreben lässt sich niemand begeistern. Mit dem Auftrag Gottes, der Wiederherstellung der natürlichen Hierarchie der Rassen, dem Krieg gegen ein minderwertiges Volk, dem Kampf gegen die unterdrückende Gesellschaft und der Vernichtung der Ungläubigen dagegen sehr wohl.
Nun gibt es unter den typischen Esoterikern eher wenige, die aktiv nach dem Leben anderer trachten (abgesehen von einigen suizidären Kulten), aber in der Denkstruktur, im Charakter jedes einzelnen Esoterikers steckt ein Samenkorn des Hasses. Mehr dazu im nächsten Punkt.
Auch vom technologischen Standpunkt her ist Esoterik ein schädlicher Parasit. Esoteriker vergeuden ihre Mittel und die Mittel anderer (in Form von Geld und Lebenszeit), um einer Idee hinterherzujagen, die mit etwas Menschenverstand oder einem Blick in einige Studien ihren wahren Wert entpuppen würde. Ganze Existenzen werden bei der (natürlich erfolglosen) Entwicklung von Wassermotoren, pseudomedizinischen Therapiemethoden und anderem Wunderwerk zerstört. Denn der Aufwand ist enorm, Lohn gibt es aber keinen – eine Tatsache, die vielen erst dann auffällt, wenn das Konto leer, der Partner über alle Berge und der Freundeskreis auf ein paar wenige Mit-Esoteriker geschrumpft ist. Hätte der Esoteriker seine Mittel dagegen in produktive Arbeit gesteckt, hätte nicht nur er adäquaten Lohn für seinen Aufwand bekommen, er hätte auch der Gesellschaft geholfen, ein kleines bisschen weiter zu kommen und besser zu funktionieren.

4: Esoterik ist dualistisch
Einen Vorgeschmack auf diesen Hass bietet jeder Esoteriker gern, wenn er auf seinen persönlichen Glauben kritisch angesprochen wird. Da – wir erinnern uns – esoterische Behauptungen einer kritischen Überprüfung wesenhaft nicht zugänglich sind, kann der Esoteriker zwar versuchen, ominöse Studien zur Verteidigung vorzuschieben, aber spätestens bei Nachprüfung der Studien wird klar, dass es sich hierbei nicht um ernstzunehmende, kritische Nachprüfungen handelt. Gäbe es tatsächlich Studien, welche die Behauptung untermauern, würde es sich nicht mehr um Esoterik handeln.
Die zweite Verteidigungslinie mag aus anekdotischen Erzählungen bestehen, wie sehr Mittel X der Person Y geholfen habe, wie Mittel X schon vor tausenden von Jahren von irgendwelchen archaischen Kulturen genutzt wurde und so weiter. Auch das kann höchstens diejenigen überzeugen, die sich ohnehin überzeugen lassen wollten. Interessant wird es dann am dritten (und oftmals letzten) Wall vor der esoterischen Festung. Hier offenbart der Esoteriker sein dualistisches Weltbild, das ebenfalls wesenhaft mit der Esoterik verbunden ist. Für den Esoteriker gibt es gut und böse. Gut sind diejenigen, die seinen Glauben teilen, böse sind potentiell alle anderen, ganz besonders böse sind aber diejenigen, die seinen Glauben kritisieren – oder die er dessen bezichtigt. Und diese Kategorisierung ist nicht abstrakt, im Gegenteil: Esoteriker fühlen sich grundsätzlich verfolgt, verleumdet und hintergangen. Sei es die Pharmaindustrie, welche den Erfolg irgendwelcher Mittelchen und Gerätchen verhindere (der pure Hohn, wenn man sich klarmacht, dass „die Pharmaindustrie“ zu einem Teil aus esoterischem Unfug, nämlich Homöopathie, besteht), sei es die Regierung, die den Himmel mit sog. „Chemtrails“ verseuche, um die Bevölkerung gefügig zu machen, seien es die Juden, die im Hintergrund heimlich die Fäden ziehen. Die Liste geht endlos weiter. Und sie ist notwendig, denn anders kann ein Esoteriker seine Außenseitermeinung nicht begründen – einer sachlichen Überprüfung halten die Behauptungen schließlich nicht stand. Also werden „die Bösen“ herangezogen, die daran schuld seien, dass die eigene esoterische Meinung nicht von allen als Wahrheit erkannt wird.

Anmerkung: Man könnte den Eindruck bekommen, ich hätte ein ebenso dualistisches Weltbild, wie ich es den Esoterikern vorwerfe. Hier die gute Wissenschaft, dort die bösen Esoteriker. Ganz so einfach ist es leider nicht. Innovationen erwachsen oftmals aus unsinnig erscheinenden Ideen, daher darf man – gerade in der Anfangsphase einer Idee – nicht allzu kritisch sein. Auf der anderen Seite ist irgendwann der Punkt erreicht, wo man eine dumme, eine esoterische Idee von einer Idee mit Potential unterscheiden kann. Und auch wenn es schmerzt: Hier muss man radikal sein und die Idee verwerfen. Und hier setzt meine Unterscheidung an, nicht früher.
Jedem Esoteriker, der von seiner Idee überzeugt ist, und beim Lesen meines Beitrags nur den Kopf schütteln kann, gebe ich eine Chance: Formuliere deine Behauptung nachprüfbar, konstruiere einen Test zur Nachprüfung. Lasse ihn von mehreren unabhängigen Personen oder Institutionen nachprüfen. Dann glaube ich dir sogar, dass Du Holz in Gold verwandeln kannst.

–Einleitung–

Seit Marx, und verstärkt seit den 1968er Jahren ist es – mal mehr, mal weniger – en vogue, den Freien Markt zu verdammen, meist wird er dann bei dem Namen genannt, den Marx und Engels populär machten: Kapitalismus. Ich möchte hier in einer kleinen Serie die gängigsten Vorurteile und Kritikpunkte abarbeiten, mit der die Idee des Freien Markts regelmäßig konfrontiert wird. Dazu vorab einige Klarstellungen:

1.) Meine Argumente erwachsen aus meiner Vorstellung eines Freien Markts, und werden nicht unbedingt von allen anderen Verfechtern eines Freien Markts geteilt.
2.) Unser derzeitiges ökonomisches System ist nicht sonderlich frei – auch wenn Sozialisten und sonstige Kritiker ausdauernd das Gegenteil behaupten. Während deren Kernaussage auf „Unser System hat Probleme, es ist zu frei, wir müssen es mehr unter staatliche Kontrolle stellen!“ reduziert werden kann, sage ich: „Unser System hat Probleme, es ist zu kontrolliert, wir müssen die staatliche Kontrolle auf ein Minimum reduzieren!“. Es ist bemerkenswert, dass wir von ein und demselben System sprechen. Eine Sichtweise muss also falsch sein, denn sie schließen sich gegenseitig aus. Und die falsche Sichtweise ist allem Anschein nach die kapitalismuskritische.
3.) Im Gegensatz zu Ideologen (wie Kommunisten und Sozialisten) würde ich mir nie anmaßen, ein System als „das Beste überhaupt“ zu bezeichnen. Das gilt auch für den Freien Markt. Dennoch behaupte ich, dass die Freie Marktwirtschaft bei weitem das beste aller derzeit bekannten Systeme darstellt.

–Lobbyismus–

Einer der Standardvorwürfe, die „dem Kapitalismus“ gemacht werden, ist die Macht der Lobbyisten, die durch einen Freien Markt angeblich gefördert würde. Unter „Lobbyismus“ versteht man die Einflussnahme von – meist industriellen – Interessenvertretern auf die Politik, um politische Entscheidungen (Gesetze, Subventionszahlungen, Regelungen etc.) zum eigenen Gunsten zu manipulieren. Diese Einflussnahme wird von den Lobbyisten ihrerseits mit Parteispenden, Geschenken, Exklusivverträgen etc. vergolten. Bei dieser Definition sind sich wohl alle einig. Was ich aber ganz und gar nicht verstehe, ist, dass dieser Vorwurf dem Freien Markt gemacht wird. Betrachten wir einmal die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit Lobbyismus sich entwickeln kann.

Zunächst die Seite der Lobbyisten. Selbstverständlich muss es einen Vorteil für den Lobbyisten geben, ansonsten wäre die Investition von Energie (in welcher Form auch immer) in das politische System zwecklos. Einen Vorteil kann es nur dann geben, wenn Wettbewerb herrscht – das ist vermutlich der Grund, weshalb Lobbyismus mit Freier Marktwirtschaft assoziiert wird. Allerdings dürfen wir hier nicht nur an den kapitalistischen Wettbewerb denken. Selbst in einem kommunistischen System mit einem einzigen Staatsbetrieb pro Sparte, würde es Wettbewerb zwischen diesen Staatsbetrieben geben. Dann ginge es nicht mehr darum, wer die meisten Produkte zum besten Preis verkaufen kann, sondern darum, wem das Zentralkomitee den höchsten Wert zuordnet, also die meisten Ressourcen zuweist. Selbst bei einem einzigen kommunistischen Omnikonzern, der alles herstellt, was benötigt wird, würden die Abteilungen untereinander im Wettbewerb stehen, und die Abteilungsleiter würden versuchen, politischen Einfluss zu gewinnen.

Es ist leicht ersichtlich: Lobbyismus kann nicht von dieser Seite aus bekämpft werden. Menschen sind von ihrer Natur aus kompetitiv und werden stets versuchen, einen Vorteil über andere zu erlangen. Sehr viel interessanter ist dagegen die Politik, die als zweiter der beiden Partner Lobbyismus erst möglich macht. Gehen wir zunächst von einem kommunistischen System aus. Hier bestimmt die Politik alles. Eine direkte Verbindung zwischen Angebot und Nachfrage gibt es nicht, alles wird vom Zentralkomitee geregelt. Jedes einzelne Unternehmen ist zu 100 % vom Staat abhängig. Die hergestellten Produkte können noch so innovativ, brauchbar und fehlerfrei sein – wenn das Zentralkomitee diese Produkte nicht möchte, wird die Produktion gestoppt. Wie wahrscheinlich ist es, dass in diesem System versucht wird, auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen? Die Antwort kann sich jeder denken: Es ist fast zu 100 % sicher, dass es im Kommunismus extremen Lobbyismus geben wird. Je abhängiger die Wirtschaft von der Politik ist, desto mehr werden Lobbyisten versuchen, Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Nun aber die Freie Marktwirtschaft. Stellen wir uns ein absolut freies wirtschaftliches System vor. Der politische Eingriff beschränkt sich auf die soziale und medizinische Grundversorgung, sowie äußere und innere Sicherheit. Auf die Wirtschaft hat die Politik keinerlei Einfluss. Wozu in einem solchen System eine Lobby? Es gibt bei der Politik für den Lobbyisten nichts zu holen! Er kann Politiker beschenken und bestechen – er kann dafür keine Gegenleistung bekommen. Wir folgern: Je unabhängiger die Wirtschaft von der Politik ist, desto weniger werden Lobbyisten versuchen, Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Wie um alles in der Welt können Sozialisten dann behaupten, Kapitalismus und Lobbyismus gingen Hand in Hand? Die Antwort liegt der falschen Wahrnehmung, die ich in der Einleitung bereits angesprochen habe: Sie denken, wir lebten in einer Freien Marktwirtschaft. Dabei tun wir das gerade nicht. Wir leben in einer Mischform von freiem und reguliertem Markt. Und zumindest das Problem des Lobbyismus (und viele andere Probleme auch, wie wir in weiteren Folgen sehen werden) haben ihren Ursprung nicht im freien, sondern im regulierten, im sozialistischen Teil des Markts. Das Problem des Lobbyismus ließe sich am effektivsten bekämpfen nicht durch noch mehr Regulierung, sondern durch Deregulierung, durch die Wegnahme der Möglichkeit der Vorteilsbeschaffung durch Beeinflussung.

Shanah Tovah!

5. September 2013

Eine Atombombe auf Tel Aviv hätte mich weniger überrascht, als das, was der frischgebackene Präsident des wohl antisemitischsten Staates der Welt, Hassan Rouhani, Iran, über seinen Twitter-Account heute veröffentlicht hat: Er wünscht allen Juden ein glückliches Rosh Hashana!

Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Führer eines islamistischen Staates mal einer Meinung bin, aber ich wurde eines Besseren belehrt:

Ich schließe mich also Herr Rouhani an und wünsche allen Juden ein gesegnetes Neujahrsfest, Shanah Tova!

Der Nahostkonflikt kann aus vielen Perspektiven betrachtet werden. Eine davon – vielleicht die beliebteste – ist die historische Perspektive. Meistens geht es dabei überhaupt nicht um eine realistische Betrachtung, sondern einzig darum, Israel grundsätzlich auf die Seite des Bösen zu stellen. Es wird kurzum behauptet, die Juden hätten ein fremdes Land eingenommen und dessen Bewohner mit Waffengewalt vertrieben. Und schon ist nicht nur die Entstehung des Staates Israel moralisch verwerflich, sondern auch alles, was daraufhin folgt. Wer dieses Argument bringt, ist in einer Linie mit dem vielleicht größten Antisemiten nach Hitler: Ali Khamenei, der religiöse und politische Führer Irans, der Israel wiederholt als „Krebsgeschwür“ bezeichnet hat.

Natürlich ist die o.g. Behauptung einseitiger Unfug. Es gab nie einen palästinensischen Staat – zuletzt war Palästina Teil des britischen Mandatsgebiets, davor Teil des Osmanischen Reichs. Außerdem war es äußerst dünn besiedelt. Die „staatenlose Nation der Palästinenser“ ist im Übrigen eine reine Erfindung aus der Zeit nach der Staatsgründung Israels, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen: Die früher in Palästina ansässigen Araber waren Moslems und Jordanier. Ein „Volk der Palästinenser“, dem durch die Staatsgründung Israels das Land weggenommen wurde, hat es nie gegeben. Juden und Araber lebten schon längere Zeit friedlich in Palästina zusammen. Erst die Staatsgründung Israels und die darauf folgende Massenmigration (nicht zuletzt wegen der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg) ließ den Konflikt ausbrechen. Natürlich – es kam zu Kriegsverbrechen, zu Massakern und anderen furchtbaren Taten. Allerdings auf beiden Seiten. Vertreibungen gab es auch, vor allem wurden Araber vertrieben. Es herrschte Krieg, und Israel war der Gewinner. Viel von dem, was geschah, war falsch und schlimm. Aber diese Dinge gingen von beiden Seiten aus.

Nur selten werden bei einer Bewertung der Staatsgründung Israels der politische und soziale Kontext betrachtet. Es gab schon länger eine zionistische Bewegung, aber durch die radikale Judenverfolgung, die im Genozid der europäischen Juden mündete, wurde das Verlangen nach einem eigenen Staat für viele Juden konkret und dringend. Man stelle sich einmal die Situation vor: Seit Jahrhunderten lebten Juden in allen Ecken der Welt. In jeder einzelner dieser Ecken gab es Zeiten, in denen Juden Opfer von staatlicher, religiöser oder kultureller Gewalt wurden. Sie wurden diskriminiert, sie wurden ausgeschlossen, sie wurden geschlagen, sie wurden gefoltert und sie wurden ermordet. Zu keiner Zeit in der Geschichte des Judentums gab es einen Platz, wo Juden sich sicher fühlen konnten. Dann, mitten in der Verabsolutierung dieser latenten Judenverfolgung, gewährte Großbritannien die Möglichkeit, einen eigenen Staat zu gründen. Einen autonomen Staat. Kein Protektorat, kein riesiges Judenghetto, kein wie auch immer gearteter Teil eines anderen Staates, in dem sie einmal mehr auf der Gnade oder Ungnade eines Herrschers ausgeliefert waren. Sondern ein Staat, der von Juden bevölkert, von Juden geführt und von Juden verteidigt werden sollte. Diese Gelegenheit wurde wahrgenommen. Im Übrigen wurde Arabern und Juden im Verlauf der jüdischen Migration angeboten, Palästina aufzuteilen. Die jüdische Seite akzeptierte, die arabische nicht. Während die arabischen Palästinenser daraufhin in Hass und Selbstmitleid zerflossen, verwandelten die jüdischen Siedler die Wüste in ein florierendes Land

Aber alles oben gesagte ist Vergangenheit. Und wer den Nahostkonflikt beurteilt, darf darauf nicht seine Hauptargumente stützen. Wichtig ist nicht, was war. Wichtig ist dagegen die Entwicklung, das was ist, und was sein wird. Israel hat eine Verantwortung. Eine Verantwortung für die Verbrechen, die im Namen Zions an der arabischen Zivilbevölkerung verübt wurden. Eine Verantwortung für die Vertreibungen, die geschahen. Eine Verantwortung für alles Schlechte, was vom Staate Israel im Laufe seiner Geschichte ausging. Ebenso hat Deutschland eine Verantwortung (und zwar eine sehr viel schwerer lastende!), die USA hat eine Verantwortung, und jeder andere Staat in der Welt. Böses geschah in jedem Staat, das steht außer Frage. Und daraus die Legitimation oder Delegitimation eines Staates abzuleiten, ist purer Unsinn. Noch einmal: Viel wichtiger ist die Entwicklung und das, was heute ist, und was sein wird.

Und was ist heute? Israel ist weit und breit der einzige Staat, in dem Frauen dieselben Rechte genießen wie Männer. Der einzige Staat, in dem Juden, Muslims und Christen friedlich zusammenleben können. Der einzige Staat, in dem freies Denken und freie Meinungsäußerung nicht unter Strafe stehen. Kurz: Der einzige Staat mit einer freien Gesellschaft. Der Fakt, der stets verschwiegen wird, ist doch, dass die ganzen arabischen Staaten rings um Israel seit Jahrzehnten von Diktatoren beherrscht werden, die Menschenrechte mit Füßen treten. Die Bevölkerung dieser Staaten leidet permanent und kollektiv, wie uns erst der „Arabische Frühling“ (der eigentlich ein Arabischer Herbst ist) klarmachen musste. Und genau diese Staaten empören sich, wenn Israel gegen arabische Terroristen vorgeht? Das ist mehr als nur lachhaft. Derzeit sieht alles nach einer Zweistaatenlösung aus. Doch was wäre das dann für ein Staat? Eine freie demokratische Republik nach westlichem Vorbild, mit hehren humanistischen Grundsätzen? Mit Sicherheit nicht. Es wäre ein weiterer Gottesstaat (oder nationalarabischer Tyrannenstaat), der in die arabischen antisemitischen Vernichtungsrufe nur allzuschnell einstimmen würde. Ich erinnere: Israel möchte seine Existenz sichern, Israels Feinde möchten Israel auslöschen.

Man muss mir hierbei nicht mehr folgen, aber ich würde eine (fiktive, da unmögliche) israelische Okkupation der gesamten Arabischen Halbinsel befürworten. Und zwar keine militärstrategische Okkupation, sondern eine mit dem Ziel, die arabische Bevölkerung zu zivilisieren. Wenn Frauen nur komplett verhüllt aus dem Haus dürfen, hat das nichts mehr mit „kultureller Eigenart“ zu tun, die es zu respektieren gilt. Das ist kulturrelativistischer Schwachsinn, der uns viel zu lange die Sicht getrübt und uns handlungsunfähig gemacht hat. Eine solche Unterdrückung von Menschenrechten ist nicht im geringsten tolerierbar. Ich möchte hier nicht weiter ins Detail gehen, dazu habe ich schon an anderem Ort geschrieben. Dieses kurze Statement zur kulturellen Minderwertigkeit soll hier nur verdeutlichen, wie hirnrissig es ist, Israel auf eine moralische Stufe mit den anderen arabischen Staaten zu stellen.

Ein letztes Mal: Israel hat Kritik verdient. Aber fast unendlich mehr Kritik haben die arabischen Nachbarstaaten und die arabischen Palästineser verdient. Dieses ganze Argument ist aufgrund seiner enormen Größe nur schwer in Worte zu fassen, aber ich möchte es dennoch versuchen, anhand einer zusammenfassenden Definition:

Israel hat jedes Recht der Welt, dort zu sein und zu bleiben, wo es heute ist. Den israelischen Bürgern, Juden wie Muslims, geht es gut. Sie leben in einer freien, demokratischen Gesellschaft und sind relativ frei von Leid. In einem Gottesstaat und ein einer Diktatur dagegen sind die Einwohner voller Leid: Es herrscht Unrecht Unterdrückung und Willkür. Von solchen Gottesstaaten und Diktaturen ist Israel umgeben, und ein solcher Gottesstaat oder eine solche Diktatur würde ein neugegründetes Palästina werden.

Die Welt braucht mehr Israels und weniger Irans.

Als 2010 von Tunesien ausgehend eine Reihe von Revolutionen Nordafrika und den Nahen Osten erschütterten, erstarrte die restliche Welt in Unglauben. Gerade die Regimes, die seit Jahrzehnten ihr Volk mit eiserner Faust kontrollierten, waren ohne eindeutigen Auslöser ins Wanken geraten. Nach der Schockstarre kam die Euphorie – könnte es tatsächlich möglich sein, dass sich in jenen Hochburgen totalitärer Unterdrückung massenhaft basisdemokratische Bewegungen bildeten, die sich selbst von den brutalen Reaktionen der Herrschenden nicht einschüchtern ließen? Gegen alle Vermutungen wurden die Aufstände nicht – wie vor wenigen Jahren im Iran – im Keim erstickt, sondern wuchsen immer weiter, bis die Macht der Tyrannen ernsthaft bedroht war. Die westlichen Staaten taten das Einzige, was im Sinne ihrer humanistischen Verfassungen richtig war: Sie unterstützten (in einigen Fällen) das aufständische Volk, das freie Wahlen forderte. Und die Unterstützung zeigte selbstverständlich Wirkung. Nicht nur die Flugverbotszonen und Waffenlieferungen trafen die Diktatoren ins Mark – viel nachhaltiger war die politische Kehrtwende vieler westlicher Staaten, die mit jenen Machthabern seit langem beste Freundschaft pflegten. Long story short: Die Diktaturen in Nordafrika und im Nahen Osten zerfielen zu Staub. Den Rest des Beitrags lesen »

Eins vorweg: Wie der Titel sagt, sind hier einige Gedanken zu zwei Themen des Simulismus zu finden und keine ausformulierte und geprüfte Thesen. Ich bin kein Physiker. Überhaupt beschäftige ich mich nur oberflächlich und am Rande mit naturwissenschaftlichen Themen, daher ist es gut möglich, dass dieser Artikel Unsinn enthält. In dem Fall darf gerne mit mir Kontakt aufgenommen werden. Den Rest des Beitrags lesen »

Wer sich einen offenen Geist bewahrt, weiß, wie gering die Chance ist, dass der christliche Glaube von einem realistischen Standpunkt aus der Wirklichkeit entspricht. Die Argumente dagegen sind mannigfaltig und sollen hier nicht alle aufgezählt werden. Nur ein Beispiel zur Verdeutlichung: Jede Religion behauptet, die Wahrheit entdeckt zu haben. Wie wahrscheinlich ist es, dass unter tausenden Religionen, die es im Verlauf der Menschheitsgeschichte gegeben hat, das Christentum die eine ist, die tatsächlich die Wahrheit entdeckt hat? Von einem wissenschaftlichen Standpunkt gesehen ist Religion jedenfalls unhaltbar. Dennoch sind die meisten Menschen bis heute religiös – egal, ob sie regelmäßig zur Kirche gehen oder daheim im Stillen beten. Man kann Religion als kulturellen Faktor betrachten, der eben noch ein Überbleibsel unserer vor-wissenschaftlichen Vergangenheit darstellt, aber das würde der Wirklich nicht gerecht. Tatsächlich suchen die Menschen in unserer zunehmend verwissenschaftlichten und hochkomplex technisierten Welt nach einfachen Erklärungen abseits von Fachbüchern, Universitäten und Forschungslaboren. Und an dieser Stelle steht die Religion bereit, die den suchenden Menschen nur allzu gerne unter ihre Fittiche nimmt. Es kann also durchaus von einer religiösen Konstante in der menschlichen Genetik gesprochen werden, die bei aller Vernunft den Charakter dennoch beeinflusst. Den Rest des Beitrags lesen »